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Lohnstruktur
Vor
dem Hintergrund der anhaltenden Arbeitslosigkeit gibt es
wiederholt Vorschläge zu einer stärkeren Differenzierung der Löhne.
Es wird argumentiert, dass die Lohnspreizung zu gering und die
Lohnstruktur nicht marktgerecht differenziert seien. Da der Lohn
als Preis für den Produktionsfaktor Arbeit die Knappheitsverhältnisse
auf den einzelnen Teilarbeitsmärkten nicht angemessen
wiederspiegle, würden Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt
nicht genügend ausgeglichen. Die Folge sei, dass die auf dem
Arbeitsmarkt angebotenen und nachgefragten Fähigkeiten vielfach
nicht übereinstimmten (Mismatch-Arbeitslosigkeit).
Das Lohngefüge lässt sich unter drei Gesichtspunkten
strukturieren:
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Nach
Qualifikationen: Dabei geht es um eine den
qualifikatorischen Anforderungen eines Arbeitsplatzes
angemessene Bezahlung.
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Nach
Sektoren: Dabei geht es um eine Differenzierung der Löhne,
die dem von Branche zu Branche unterschiedlich ausgeprägten
Strukturanpassungsdruck und Arbeitskräftebedarf gerecht
wird. Nach der neoklassischen Theorie sollten Arbeitnehmer
mit gleicher Qualifikation in jeder Branche denselben Lohn
erhalten, wenn keine Mobilitätskosten oder
branchenspezifischen Fertigkeiten eine gewichtige Rolle
spielen. Entsprechend zeigen empirische Untersuchungen, dass
die Streuung der Löhne um den Branchendurchschnitt für die
relativ homogene und mobile Gruppe der männlichen
Angestellten am kleinsten und für die eher heterogene und
immobile Gruppe der weiblichen Arbeiter am größten ist.
-
Nach
Regionen: Auch regional ist der Arbeitskräftebedarf
unterschiedlich hoch. Als Indikator können die großen
Unterschiede der regionalen Arbeitslosenquoten dienen.
Regionale Lohnunterschiede fördern die Mobilität von
Arbeit und Kapital und unterstützen den regionalen
Strukturwandel.
Die
Tarifpartner entscheiden nur über die Tariflöhne (= Mindestlöhne)
und damit auch nur über die tarifliche Lohndifferenzierung. Die
effektiven Verdienste, also die tatsächlich gezahlten Löhne
unter Berücksichtigung der tatsächlich geleisteten
Arbeitszeit, der Überstundenzuschläge, des Weihnachts- und
Urlaubsgeldes etc., können eine ganz andere Differenzierung als
die tariflichen Löhne aufweisen.
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